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    05. Juli 2026 – Island Urlaub 2026 – Achter Tag – Skógarkot, Þingvellir-Nationalpark, Þórufoss, Beached Whalers Hvalfjörður, Hvalur Walfang, Akranes, Moar Cottage

    Nach der ~250 km Tortur auf den F-Strassen hatten wir wie geplant in einem anständigen Bett geschlafen, daher hatten wir ein Zimmer in einer Ferienwohnung gebucht. War recht günstig ~100,00 € mit Gemeinschaftsdusche, Gemeinschaftsküche in der es Milch, Müsli, Kaffee Pads zur freien Verfügung gab, das war alles ganz gut. Das Haus war restlos ausgebucht, alle Zimmer belegt, vermutlich hatten wir das letzte Zimmer gebucht.
    Leider gab es Gäste, die bis 23:45 Uhr noch in der Küche lautstark Geschirr gespült oder was auch immer gemacht haben.
    Morgens dasselbe spielt schon vor sieben war Krach in der Küche und wir hatten das Zimmer mit einer Wand zur Küche nebenan. Diesmal sind wir dann deswegen früher aufgestanden und haben erst mal geduscht und wie üblich die Morgen Toilette gemacht. Danach gutes Frühstück mit Müsli mit Milch und Kaffee aus dem Bestand der Küche, Marmelade Brot aus unserem Proviant.

    Für den Tag hatten wir nicht so ganz den Plan aber im Groben wussten wir schon wo es hingehen soll, in den Þingvellir-Nationalpark. Auf dem Weg zum Nationalpark haben wir noch zwei interessante Orte gefunden, den wir uns angeschaut haben:

    Hrafnagjá Observation Deck:
    Das ist eine Aussichtsplattform die einen Panoramablick auf den See Þingvallavatn und das umliegende Grabenbruch-Tal bietet. In dem Geländer an der Plattform ist der Buchstabe Þ eingearbeitet: Es ist ein altisländischer bzw. altnordischer Buchstabe (Thorn), der wie ein englisches „th“ ausgesprochen wird.
    Der Name: Þingvellir setzt sich aus þing (Thing / Volksversammlung) und vellir (Ebene/Felder) zusammen – es bedeutet also „Ebene der Volksversammlung“.
    Der Ort: Der Þingvellir-Nationalpark ist der historische und symbolische Geburtsort der isländischen Nation, an dem im Jahr 930 das erste Parlament (Althing) gegründet wurde.

    Skógarkot – Hofruinen sind die historischen Überreste eines alten Bauernhofs im isländischen Þingvellir-Nationalpark. Der Ort liegt in einem Grabenbruch, war von der Landnahmezeit bis zum Jahr 1936 bewohnt und wird im isländischen Landnámabók erwähnt. Von einem kleinen Hügel aus hat man einen schönen Panoramablick bis zum Þingvallavatn See.

    Infos aus meinen Recherchen im Internet zu Skógarkot:
    Skógarkot ist eine verlassene Farm in Þingvallahraun. Es liegt im Wald östlich von Þingvellir, etwa auf halbem Weg zwischen Almannagjá und Hrafnagjá und hinauf von der alten Kreisstraße durch Þingvallasveit.
    Es ist nicht bekannt, wann die Siedlung in Skógarkot entstand, aber diese wird erstmals in der Visitasia von Bischof Þórður Þorláksson aus dem Jahr 1679 erwähnt. In den Schriften des Landbuchs von Árni Magnússon und Páll Vídalín 1711 war Mundpropaganda auf dem Lande die des alten Bauernhofes „Þórallastaðir“ (vgl. Þórhallsstaðir aus Ölkofra Faktor) war dort, wo Skógarkot jetzt ist, aber Þórhallastaðir ist der Name eines anderen verlassenen Bauernhofs 500 Meter östlich von Skógarkot.
    Skógarkot war einer der Helfer von Þingvellir, aber es wurde in letzter Zeit angenommen, dass er eine Menge Unabhängigkeit von der Heimat genießt. Skógarkot erreichte im neunzehnten Jahrhundert die ausgetretenen Pfade und blühte durch viel Landwirtschaft auf, so dass es als eine der besten Schaffarmen in Þingvellir galt. Die Landwirtschaft wurde in Skógarkot nach der Gründung eines Nationalparks in Þingvellir abgeschafft und der Ort wurde 1936 endgültig aufgegeben. Skógarkot ist heute einer der bekanntesten Wanderwege im Þingvellir-Nationalpark.

    Nach diesen kleinen Ausflügen zur Aussichtsplattform und zu den Ruinen ging es dann weiter zum Þingvellir-Nationalpark.

    Der Þingvellir-Nationalpark liegt in einer Grabenbruchzone im Grenzbereich zweier tektonischer Platten. Dort ist eine große Spalte wo wieder die eurasische Platte und die nordamerikanische Platte zusammentreffen, da gibt es eine große Schlucht, man läuft auf dem Grund der Schlucht etwa 4 km, es gibt hohe Felswände mit riesigen Blöcken. Auch einen weiteren Wasserfall den Öxarárfoss (ja, es waren doch noch viel zu wenige 🙂 und es kommen ja auch noch mehr) gibt es in der Schlucht. Eine Kirche unterhalb neben der Schlucht. Einen schmalen Canyon die Almannagjá-Schlucht mit einem Steinplatten Weg als Abschluss der Wanderung.

    Wir haben das Auto auf dem Parkplatz P1 abgestellt und sind dann Richtung Schlucht und Wasserfall gewandert, auf den Wegen nahe dem Wasserfall waren immer mehr Toursiten unterwegs und die schönen Bilder die man von der einmaligen Kulisse machen konnte sind voll von Personen – keine Ahnung wie die bei Rexby oder anderen Portalen Bilder ohne Leute hin bekommen, wahrscheinlich Nachts wenn alle schlafen und es ja hell ist. Vom Wasserfall ging es noch ein gutes Stück durch die Schlucht bis man einen Weg nach unten Richtung Kirche nehmen konnte. Neben der Kirche ist ein Regierungsgebäude mit historischer Bedeutung, was auch die Sommerresidenz des Premier Minsters ist. Der Name Þingvellir bedeutet wörtlich übersetzt „Ebene der Volksversammlung“ und der Ort symbolisiert die Geschichte Islands. Das Alþingi, das isländische Parlament, wurde im Jahr 930 hier gegründet und ist damit das älteste noch bestehende Parlament der Welt.

    Einige Fakten zum Þingvellir-Nationalpark:
    Þingvellir liegt inmitten einer Grabenbruchzone (westliche aktive Riftzone) und ist umgeben von vier aktiven Vulkansystemen, unter deren Einfluss die ganze Gegend steht: der Hengill am Südufer des Sees Þingvallavatn sowie Hrómundartindur, Hrafnabjörg und Prestahnúkur.
    An diesem Ort und im weiteren Umfeld wird auch das Auseinanderdriften der amerikanischen und eurasischen tektonischen Platten durch imposante Felsspalten und Risse sichtbar, vor allem an der Almannagjá (Allmännerschlucht) oder auch der Silfra-Spalte. Die tektonischen Verschiebungen lösen auch häufig Erdbeben aus. In den letzten 10.000 Jahren ist das Land beiderseits der Schlucht Almannagjá um 70 Meter auseinandergedriftet und der Talboden hat sich um ca. 40 Meter gesenkt.
    Der Fluss Öxará durchströmt den Þingvellir-Nationalpark und formt an der Schlucht Almannagjá einen sehenswerten Wasserfall, den Öxarárfoss.

    Wir sind dann von der Aussichtsplattform hinten beim P1 zurück gelaufen bis zu der Abzweigung wo man runter zum Parkplatz P5 kommt und dann über die Brücke gleich links abgebogen Richtung Þingvallakirkja und der Sommer-Residenz des Premier-Ministers, bei den Gebäuden gibt es einen kleine Friedhof mit weingen Gräbern und – ja was sonst – typischen Isländischen Namen. Ein kurzer Blick in die Kirche hat sich gelohnt, die ist sehr schlicht und aufgeräumt, es war auch eine Angestellte in der Kirche, die vermutlich Fragen zur Kirche und mehr beantworten konnte … wir haben uns nur umgeschaut. Sehr hübsch!

    Wenn man bei der Brücke rechts abbiegt kommt man zur Silfra- Spalte, dort kann man tauchen / schnorcheln:
    In der Spalte stehen die auseinanderdriftenden Kontinentalplatten unter Wasser: die Eurasische- und die Nordamerikanische Platte, wie schon mehrfach erwähnt. Besonders interessant wird es dann unter Wasser. Man kann Schnorcheln oder Tauchen und die Platten unter Wasser sogar berühren. Viele Anbieter bieten hier Touren an, ohne vorab zu buchen geht es nicht und ganz billig ist es auch nicht. Aber es ist ein einmaliges Erlebnis – ganz klar in der Form gibt es das nirgend anders, viele berichten aber dass man lange warten muss bis man dran kommt und dann kurz im Wasser ist um das zu sehen, das Wasser sehr kalt, 2-4°C und sehr klar – aber wirklich viel gibt es da ja nicht zu sehen. Naja jedem das seine, wer Spaß hat am Tauchen ist vermutlich begeistert.

    Weiter ging´s bis zu einem Aussichtspunkt wo mit Wasser gefüllte tektonische Spalten zu sehen sind: Peningagjá. Interessanter Platz wo klares Wasser in den langgezogenen Spalten steht.

    Weiter zum Busparkplatz, wo wir wieder nach links abgebogen sind hoch auf den Hiking Trail. An der Stelle wo man links abbiegen kann sind wir auf den Dead Man Walk gekommen und hoch bis zum Langistígur, wo man einen Ausblick auf fast den gesamten Trail bis nach vorne hat, links sieht man den Þingvallavatn See.

    Wieso heisst der Weg “Dead Man Walk”:
    Stekkjargjá („Dead Man Walking“) ist eine historische Hinrichtungsstätte im Þingvellir-Nationalpark. Zur Zeit des isländischen Commonwealths (930–1262) wurden verurteilte Verbannte bei Missachtung ihrer Strafe rechtmäßig von Opferfamilien getötet. An diesem Ort wurden vermutlich 15 Männer gehängt.

    Vom Dead Man Walk ging es dann wieder runter und zurück bis zu der Kreuzung wo wir anfangs her gekommen sind durch das Waldstück bis zum Parkplatz wo unser Auto stand.

    Streckenabschnitt: Húsið Guesthouse, Hrafnagjá Observation Deck, Skógarkot, Parkplatz Camping Thingvellir

    Was wir bisher geplant hatten war bereits “erledigt”, am Parkplatz haben wir dann erst mal überlegt was als nächste auf unsrem Program steht und was es noch sehenswertes gibt bis wir und wieder um eine Unterkunft bemühen mussten. Nach einigen Recherchen mit dem Handy dann der Plan: wir fahren nach Akranes.

    Auf dem Weg dort hin noch ein paar Sehenswürdigkeiten, ein Wasserfall: Þórufoss:
    Der Þórufoss ist ein Wasserfall im Hauptstadtgebiet von Island.
    Dieser Wasserfall liegt 1,5 km nordwestlich des Sees Stíflisdalsvatn, dessen Abfluss die Laxá í Kjós ist. Gut 100 m neben dem Kjósaskarðvegur fällt das Wasser um 12 m in die Tiefe. Die Straße verbindet den Hvalfjörður mit Þingvellir. Flussabwärts folgt der Pokafoss.

    Zwei ausgemusterte Walfang Schiffe: Beached Whalers Hvalfjörður, die unten an der Küste einfach abgestellt standen und vor sich hin verrottet sind.
    Geschichtlicher Hintergrund zu den Schiffen:
    Die Untergänge von 1986 im Hafen von Island in Reykjavík fanden im November 1986 statt, als Anti-Walfang-Aktivisten der Sea Shepherd Conservation Society die unbesetzten Walfangschiffe Hvalur 6 und Hvalur 7 versenkten und eine Walverarbeitungsstation in Hvalfjörður sabotierten. Die Schiffe waren zwei der vierköpfigen Flotten der Nation und wurden schließlich aufgezogen, sind aber seitdem nicht mehr auf eine Waljagd gegangen und wurden auf trockenes Land gezerrt. Etwa 36 Jahre später wurden noch keine Reparaturen an den Schiffen durchgeführt.[ 1] Die Fabrik war die einzige Verarbeitungsanlage des Landes.
    Der Vorfall war ein Versuch von Tierschützern, die isländische Walfangindustrie zu stören, nachdem das Land ein kommerzielles Verbot der Praxis zur Durchführung von Forschungen umgangen hatte. Niemand wurde verletzt , aber der Angriff verursachte Schäden im Wert von $ 2 Millionen an den Schiffen, Schäden im Wert von $ 2 Millionen an der Verarbeitungsanlage und Schäden am Walfleischgefrierschrank in der Verarbeitungsanlage verdarb Walfleisch im Wert von $ 4 Millionen. Die Täter, Rod Coronado und David Howitt, konnten über einen Flug nach Luxemburg aus der Szene fliehen.

    Der Küstenabschnitt wo die ausgemusterten Walfangschiffe stehen haben wir erst hinterher gefunden. Wir sind an den Schiffen ein Stück vorbei gefahren und haben dann mehr oder weniger zufällig an einer etwa 200 m weiter vorne gelegenen Stelle angehalten weil da viele Autos geparkt haben.

    Wir sind ausgestiegen und haben uns gewundert warum da so viele Leute auf der Wiese im Hang sitzen / stehen mit Film- und Fotokamera, bis wir dann auf dem Firmengelände selbst gesehen haben was da gerade passiert.

    In dem Fjord ist das Unternehmen Hvalur ansässig, für dieses Unternehmen hat die isländischen Regierung den Abschuss von 128 Finnwalen im Jahr 2024 genehmigt. Als wir auf das Gelände der Firma runter geschaut haben war klar was da gerade passiert: es wurde ein Wal zerlegt, der zuvor von dem noch im EInsatz befindlichen Walfänger gefangen wurde. Wir waren ziemlich überrascht und schockiert, dass es unter dem Deckmantel zu “Wissenschfliche Zwecken” immer noch zulässig ist Wale zu fangen. So hätte ich mir Walewatching nicht vorgestellt.

    Jetzt war auch klar warum wir auf der Überfahrt nach Grímsey keine Delfine oder Wale gesehen haben und das was uns die Einheimischen, die auch auf der Fähre waren, erzählt haben völlig zutreffend war. Die Wale haben sich untereinander verständigt und sind aus der Region abgezogen. Keine Ahnung wo der Walfänger den Wal dann gefangen hat, der hatte dann Pech.

    Anscheinende wird aktuell verhandelt, dass die Genehmigung wieder netzogen wird und der Walfang auch in Island dann verboten wird.

    Streckenabschnitt: Parkplatz Thingvellir, Yellow Houes, Þórufoss, Hvalur Firmengelände, Walfangschiffe, Akranes, Moar Cottage

    In Akranes angekommen haben wir erst mal ne Kleinigkeit gegessen und haben dann die Stadt erkundet. Am Wochenende des 4. und 5. Juli feierte Akranes seine berühmten „Irish Days“ (Írskir dagar). Das Fest zelebriert die historischen irischen Wurzeln der Stadtgründer und verwandelt den sonst beschaulichen Küstenort in eine absolute Festivalzone. Als wir dort waren hatten viele fahrende Händler ihren Stand aufgebaut und es gab Deftiges oder Süsses zum Essen oder Eis, eine privater Gartenverkauf von alten Schallplatten und vieles mehr. In der ganzen Stadt war überall was los.
    An der Küste gibt es zwei Leuchttürme, die wir uns angeschaut haben. Zwischenzeitlich haben wir dann die nächste Unterkunft reserviert. Unser Proviant war schon ziemlich aufgebraucht, deswegen sind wir noch in den Supermarkt zum Einkaufen fürs Abendessen, dann weiter zur Unterkunft gefahren.

    Ein schönes Cottage mit allem drum und dran: Küchenzeile, Dusche, Doppelbett und noch ein Bett drüber. Es gab ein kleineres Missverständnis als wir das Cottage übernehmen wollten kamen gerade andere Gäste und hatten das Gleiche zugeteilt bekommen. Nach einer Klärung mit der Besitzerin die vor Ort war haben wir dann ein anderes freies Cottage bekommen. Im Cottage gab es eine Küchenzeile wo wir unser zuvor beschafftes Essen zubereitet haben. Das Bettzeug mussten wir mit den bereitgelegten Überzügen selbst herrichten. An den Fenstern und Türen waren Rollos um abzudunkeln, damit nicht das Licht die ganze Nacht den Schlaf geestört hat. Eine angenehme Nacht und gut geschlafen.

    Gefahrene km am 04.07
    10121 km bis 10380 = 260 km

    Gruß
    Edi

    Wanderungen am 05. Juli 2026:

    Island Urlaub 2026 – Skógarkot Wanderung – 05.07.2026

    Gesamtstrecke: 2915 m
    Maximale Höhe: 272 m
    Minimale Höhe: 167 m
    Gesamtanstieg: 300 m
    Gesamtabstieg: -220 m
    Gesamtzeit: 00:38:35
    Download file: 2026-07-05-edi-teppert-com-IslandUrlaub2026-achterTag_001_Skógarkot.gpx

    Island Urlaub 2026 – Þingvellir-Nationalpark Wanderung – 05.07.2026

    Gesamtstrecke: 9605 m
    Maximale Höhe: 249 m
    Minimale Höhe: 187 m
    Gesamtanstieg: 278 m
    Gesamtabstieg: -307 m
    Gesamtzeit: 03:14:14
    Download file: 2026-07-05-edi-teppert-com-IslandUrlaub2026-achterTag_002_Thingvellir.gpx

    Island Urlaub 2026 – Þórufoss Wasserfall Wanderung – 05.07.2026

    Gesamtstrecke: 951 m
    Maximale Höhe: 278 m
    Minimale Höhe: 246 m
    Gesamtanstieg: 63 m
    Gesamtabstieg: -62 m
    Gesamtzeit: 00:21:05
    Download file: 2026-07-05-edi-teppert-com-IslandUrlaub2026-achterTag_003_Þórufoss.gpx

    Island Urlaub 2026 – Akranes Wanderung – 05.07.2026

    Gesamtstrecke: 3965 m
    Maximale Höhe: 112 m
    Minimale Höhe: 102 m
    Gesamtanstieg: 71 m
    Gesamtabstieg: -73 m
    Gesamtzeit: 01:07:20
    Download file: 2026-07-05-edi-teppert-com-IslandUrlaub2026-achterTag_004_Akranes.gpx